Der MOND

Mare humorum

Der Mond ist das einzige Gestirn, auf dem wir mit bloßem Auge feste Oberflächeneinzelheiten erkennen können. In den berühmtem Mondflecken sah man früher den Mann im Mond, ein Kaninchen, das aus einem Gebüsch herausspringt, ein Schiefgesicht, eine Spinnerin, zwei Kinder mit einem Wassereimer - oder einen Bauern mit einem Bündel auf dem Rücken.
Auch das sogenannte Erdlicht auf dem Mond können wir sehen: Wenn die schmale zunehmende Mondsichel wenige Tage nach Neumond abends im Westen steht oder die abnehmende Sichel kurz vor Neumond morgens im Osten (am schönsten in der Ägäis, dem veilchenblauen Meer!), erscheint der unbeleuchtete Teil des Mondes, also seine Nachtseite, schwach aschgrau bis bräunlich aufgehellt.

Auf die 100stel Sekunde genau und aktuell (UTC):

Es ist Sonnenlicht, das von unserer Erde reflektiert auf den Mond gelangt. Das Erdlicht auf dem Mond ist gerade in dieser Zeit sehr hell, da dann für einen Beobachter auf dem Mond fast 'Vollerde' herrscht - die Tagseite der Erde ist dem Mond zugekehrt.

Der Mond bewegt sich in einem mittleren Abstand von 384 400 km auf einer elliptischen Bahn um die Erde. Im erdnächsten Punkt (Perigäum engl: "perigee") beträgt der Abstand im Extremfall 356 410 km, im erdfernsten Punkt (Apogäum engl: "apogee") 406 740 km. Außerdem ist die Mondbahn gegen die Ekliptik (Erdbahnebene um die Sonne) um 5° geneigt. Die Schnittpunkte zwischen der Erd- und Mondbahn nennt man auf- und absteigender Knoten, je nachdem ob der Mond die Ekliptik in Richtung S - N oder N - S überquert. Der Mond benötigt für die Rotation um die eigne Achse die gleiche Zeit wie für einen Erdumlauf (27,3 Tage), deshalb sehen wir immmer die gleiche Mondseite.

Der Teil, den wir sehen können (die Mondphase, engl: "waning gibbous" und "waning crescent") hängt jedoch davon ab, wieviel der erdzugewandten Seite von der Sonne angestrahlt wird. Bei Neumond ist der Erdtrabant unsichtbar. Seine dunkle Nachtseite ist der Erde zugekehrt.

Etwa 2-3 Tage danach taucht abends im Westen eine zunehmende Sichel auf. Pro Tag verspätet sich Auf- und Untergang des Mondes um durchschnittlich 50 Minuten. Etwa 7 Tage nach Neumond ist Erstes Viertel (zunehmender Halbmond), der im Durchschnitt bei Sonnenuntergang im Süden steht und um Mitternacht untergeht. 14-15 Tage nach Neumond ist Vollmond, der die ganze Nacht über sichtbar ist. Bei einem Mondalter (engl: "age") von 22 Tagen folgt das Letzte Viertel (abnehmender Halbmond), der im Mittel um Mitternacht aufgeht und bei Sonnenaufgang im Süden sieht. Zuletzt steht die abnehmende Sichel in der östlichen Morgendämmerung 2 bis 3 Tage vor Neumond. Dann bleibt der Mond für 4-5 Tage unsichtbar.

Mond und Gezeiten

Und noch was:

In klaren Nächten kann man schon mit dem bloßen Auge viele Satelliten beobachten.
Sie ziehen von Westen nach Osten und von Norden nach Süden oder in die Gegenrichtungen. Braucht ein solcher Lichtpunkt etwa drei Minuten, um auf seiner Bahn die Himmelskuppel zu überqueren, so handelt es sich wahrscheinlich um einen der Spionagesatelliten, die sich in erdnahen Umlaufbahnen von ca. 200 bis 300 km Entfernung befinden. Langsamer fliegende Objekte, vor allem in Nord/ Süd- und Süd/Nord-Richtung, sind mit großer Wahrscheinlichkeit Wettersatelliten, die, ebenso wie solche für militärische Zwecke, einen polaren Orbit bevorzugen.

PS
Euer Fernsehsatellit, der euch vom Sternegucken fern hält, ist nicht zu sehen, denn er bewegt sich in einer Höhe von
36 800 km durch den Weltraum.







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