Törn
Nördliche Adria

12. Mai bis 5. Juni 1982

Route
Die Route ist nicht
100%ig verbürgt -
Teile des
Logbuchs verschollen...
Jedenfalls existiert
ein sm-Nachweis..
584 sm gesamt



Auf dem Törn fand - horribile dictu - eine
M e u t e r e i
statt, bei der der admiral zum
Skipper gewählt wurde, sein erstes Kommado. Bligh lässt grüßen.
Es ist wenig dokumentiert...

Teilnehmer:
  • Dietmar J.
  • Gudrun und
  • Leonhard B.
  • UlrichY.
  • Christian Wirth
  • Horst S.


Skipper war Dietmar J., immerhin im Besitz des höchsten Prädikats, des Sporthochsee-Schiffer-Zeugnisses.
Los ging es in Grado damit, dass wir das Schiff fast nicht fanden, dass sich die Nacht- und Farbblindheit des Skippers sowie dessen Neigung zu übermäßigem Alkoholgenuss herausstellte und seine völlige Unfähigkeit, das Skipper-Amt wahrzunehmen.
Wir liefen jedenfalls in den ersten Minuten des Törns zwei Mal auf Grund: Zum ersten Mal in der Einfahrt zum Stadthafen Grado und zum zweiten Mal nach Umkehr wegen schlechten Wetters vor der Guardia Civil. Und dann blieben wir wegen Starkwindes im Päckchen an einem Österreicher - Eindampfen in die Vorspring hatte unser Skipper noch nie gehört!
Wir segeln dann jedenfalls weit draußen (15 bis 30sm!) immer Kurs SSE, ein Pfadfinder und Laie an Bord navigiert mit dem Autoatlas von Shell, unser Skipper sucht verzweifelt und vergeblich (aus einer Distanz von ca. 20sm optisch!) ein "einsames Gasthaus" (er meinte Ravni Zakan West!), die Lichtmaschine verreckt (grob fahrlässig, Reparatur in Sibenik - Christian steht ca. 40 Stunden am Ruder, dann fällte es ihn, dazwischen geht fast einer über Bord - weil er eingeschlafen ist im Stehen), Skradin haben wir (nach der Meuterei) gefunden, die Wasserfälle auch, dazwischen haben sie uns das Schlauchboot geklaut



Logbuch




Was diese kargen Logbucheinträge höflich verschweigen, ist dramatisch genug:


Drama in Novigrad

Beim morgendlichen Auslaufen donnern wir mit Bravour auf die Untiefe unmittelbar am Beginn der Steuerbord-Mauer. Ein hilfsbereiter und übereifriger Italiener gibt uns den Rest, indem er von Land aus an der losen Dirk "John Silver" den durch Schräglegen nach der falschen Seite hin krängenden Langkieler langsam aber sicher immer höher wippt. Wir sitzen fest. Wir versperren erst mal stundenlang den Hafen, indem wir uns durch Holen aller unserer Festmacher um die Poller bei der Tankstelle und um die Winschen langsam loswarpen. Dann heißt es Gezeiten-Navigation: Das nächste Hochwasser ist noch niedriger! Dann heißt es Leichtern: Wir hatten Wasser gebunkert, Diesel getankt und gut gegessen. Bei der übernächsten Flut klappt es, nur mit Christian allein an Bord und mit Glück und Schwung!


Und welch Zufall, zwei Jahre drauf sind wir bei Sprengung des Unterwasserfelsens in Novigrad! (Bild anklicken!)



Sieht so ein Meuterer aus?



Die B.s wollen am Ende in der Veruda-Bucht ihre BR-Schein-Prüfung ablegen, wer nicht kommt, sind die Prüfer...

Eines der beeindruckendsten Erlebnisse - eigentlich überhaupt beim Segeln: In der abendlichen Stille des Krka-Tals bei Skradin, die Sonne geht soeben unter, spielen zwei junge Mönche mit Klöppeln oben im Turm stehend auf der Kirchenglocke atemberaubende Rhythmen, mal schnell mal langsam, crescendo und diminuendo, ca. 1 Stunde, ekstatisch sich steigernd, phantastisch, unvergesslich...

+
Horst Simon ist tot, gestorben an der fürchterlichen Krankheit. Wir denken an ihn
+


Gesehen haben wir sehr viel, gelernt auch, vor allem, wie man es nicht macht

Ein paar Positionen ...


24.05.1982 1745

25.05.1982 1250

zum Doku Istrien



27./28.05.1982

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