Ägäis-Törn 2018

26. Mai bis 1. Juni 2018



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Skipper
Christian Wirth
*1945


Cyclades 43.4
"BARBERA"


Crew


          Kilian W.           Bastian N.       Kai H.                   Skipper                Adrian R.            Angela R.           Michael R.



Lavrion

Die Stadt hat 25.000 Einwohner, die aus allen Regionen Griechenlands zuwanderten, was sie einmalig in Griechenalnd macht: auf der Platia im Zentrum der Stadt steht keine Kirche, weil sich die jeweiligen Zuwanderergruppen auf keine Stilrichtung einigen konnten.
Seit alters beuteten die Einwohner Minen aus und exportierten Silber (Reinheitsgrad 986/1000) nach Kreta, Santorin und Ägypten, etwa 20.000 Sklaven meist nichtgriechischer Herkunft, schufteten sich ab. Pro Ofen und Tag verarbeiten sie vier Tonnen, wozu sie eine Tonne Holzkohle brauchen. In der einst waldreichen Gegend ist praktisch alles abgeholzt. Aber schon 200 v. Chr. geht die Silberproduktion zurück.
1864 bis in die 1950er Jahre nimmt eine französischen Gesellschaft den Bergbau wieder auf. Danach Rezession mit Verfall der stattlichen Infrastruktur (Lavrion ist mit der ersten Eisenbahnlinie Griechenlands angebunden), massive Armut. Ab 1994 zaghafter Aufschwung, (erste privat betriebene Yacht Marina Griechenlands: Olympic Marine - wir starten von dort!). Durch die Nähe zum neuen Athener Flughafen und seine vorteilhafte Lage als Ausgangspunkt für Reisen zu den griechischen Inseln ist Lavrion attraktiv zur Entlastung des Hafens von Piräus und als Yachtstützpunkt.



Poros



Die kleine Insel Poros im Saronischen Golf nordöstlich der Peloponnes, von der sie ein nur 300m breiter Kanal trennt, hat 4.000 Einwohner.
Der größere nördliche Inselteil Kalavria ist über einen Isthmus mit dem kleineren südlichen Sferia verbunden. Charakteristisch für den Nordteil der Insel ist der dichte Bewuchs mit Aleppo-Kiefern
Die vielen alten Häuser verleihen dem Hauptort sein zauberhaft malerisches Aussehen, er ist Ausflugsziel der Athener und leicht mit den regelmäßig verkehrenden Fähren von Piräus aus zu erreichen.
Auf Kalavria liegt auch das Kloster Zoodochos Pigis (= lebensspendende Quelle) - wir ankerten unterhalb.
Und in der Russenbucht, wo wir auch Anker warfen, stehen die Ruinen des alten russischen Marinestützpunktes. Im Jahr 1834 werden hier Geschäfte und Bäckereien gebaut, um die russische Flotte zu versorgen, die in den Wassern der Ägais kreuzte. Bis 1900 stehen sie im Eigentum der Russen und seit 1989 gehört der "Hafen" wegen seines architektonischen und geschichtlichen Interesses zu den historischen Denkmälern der Insel. Wir springen ins erfrischende, glasklare Nass direkt vor der Basis.









Hydra

Hydra: Saronische Insel 35sm südwestlich Athens
Ihr Name (alt-griech. Wasser) stammt aus einer Zeit, als die Insel noch sehr wasserreich und fruchtbar war. Heute versorgt eine Entsalzungsanlage mit 1600 Kubikmetern die Insel täglich mit hochwertigem Trinkwasser. Die meisten der 2.000 Einwohner leben im Hauptort, der sich von der Hafenmole den Hang hinauf bis zur Burgruine erstreckt. Um 1500 n. Chr. siedeln sich Arvaniten an, da die Einwohner flohen, um den grausamen Verfolgungen und Steuern der Türken zu entgehen. Sie spezialisierten sich auf den Schiffbau. Zur Zeit des Befreiungskrieges gegen die Türken, 1821, erlangt die Insel großen Reichtum. Mit 3.500 Einwohnern und 130 Kriegsschiffen, auf denen eine Fracht von 130.000t Platz fand, nahm Hydra eine wichtige Stellung im Krieg um die Nation ein. Zwei Drittel der Schiffe des gesamten griechischen Reiches stammten aus Hydra. Fast alle Bäume um Hydra-Stadt sind abgeholzt und im Schiffbau verarbeitet; in den 1990er Jahren vernichtete ein Feuer weitere Bäume.



Auf Hydra sind Katzen in früheren Zeiten geschätzte Mäusefänger, sie hielten die Population der Nager im Zaum. Gefüttert von Besuchern und Bewohnern, pflanzten sich die Katzen während der Sommersaison fort. Im Winter hungerten sie oder erkrankten. In den 1980ern führte man ein Sterilisations- und Kastrationsprogramm für die Inselkatzen ein und seit 2007 gibt es das Projekt HydraArk, getragen von Einheimischen und Auslandshydrioten – mit dem Hauptanliegen, eine kontrollierte und gesunde Katzenpopulation auf der Insel zu erhalten. Auch um das Wohlergehen der Esel, Maultiere und Pferde kümmert sich HydraArk.
Auf der Insel lebt und urlaubt eine eigenwillige Klientel, die Geld und Geschmack hat. Besucher mit durchschnittlichem touristischem Interesse verschlägt es auf die Felseninsel selten. Und die wenigen, die mit dem üblichen Unterhaltungsprogramm aus Sonnenbad und maritimer Spritztour vorlieb nehmen, finden im engen Hafenbecken für ihren Meeresporsche ohnehin kaum Anlegeplätze. Auf dem snobistischen Eiland sind schwimmende Statussymbole nicht gern gesehen. Überhaupt geizt Hydra mit fast allem, was sonst zum Urlaubsziel der Seichten und Schönen gehört. Statt Ferraris Stoßstange an Stoßstange parken im Dörfchen mit den höchsten Immobilienpreisen der gesamten griechischen Inselwelt Dutzende Mulis Schwanz an Schnauze – das einzige Transportmittel, das auf der vollständig autofreien Insel erlaubt ist.



Verboten auf Hydra sind ferner Discotheken (zu laut), Leuchtreklame (zu grell), Plastikmobiliar und Antennen (ästhetisch bedenklich) sowie Hotelbauten, Swimming-Pools und Tennisplätze (ensembleschädigend).
Hydras Einheimische, von denen viele direkte Nachkommen vermögender Kapitäne sind, haben in den letzten 40 Jahren so manche Bonvivants kommen und gehen sehen. Meist gelassen, denn anders als die bergwandernden Studienräte auf den Kykladen oder die krebsroten Pauschalisten von Rhodos haben Hydras Besucher längst gelernt, dass sich griechische Lebensart nicht in öligem Moussaka und ein paar Gratisouzos manifestiert. Hydras beschauliche Tavernen füllen sich allabendlich nach zehn mit Trauben unprätentiöser Feinschmecker, die lustvoll Dutzende Mezedes (Vorspeisen) ordern, bis auf die Holztische kein Teller mehr passt: Die Köche bereiten Fischrogensalat, Sepia in eigener Tinte, Zucchini-Puffer, gegrillte Langostinos und Marida mit Limettensaft (kleine Sardinen, die man samt Kopf und Schwanz isst) überall delikat zu. Als Hauptgericht bestellt man am liebsten gegrillten Hummer oder Barbunia (Rotbarben) in Weinblättern. Der Wein, geharzt oder ungeharzt, stammt nicht aus der 2-Liter-Demestika-Flasche, sondern aus Holzfässern.



Manchen Gästen aber bleibt das Festmahl unter blühender Bougainvillea versagt. Als der britische Großunternehmer Richard Branson erst ein paar Kapitänsvillen, dann ein Stück Küstenland aufkauft, verweigert ihm die einflussreiche Archeological Association von Hydra jede Bau- und Umbaugenehmigung. Der ungeliebte Virgin-Magnat muss unverrichteter Dinge wieder abziehen, obwohl er bereits Millionen in ein ambitioniertes Hotelkonzept investiert hatte.

  Hydra und Leonard Cohen







Dokos



Dokos, 18 Einwohner und nur 1 gute sm westlich von Hydra, ist berühmt, seitdem der Archäologe Peter Throckmorton 1975 hier in 20 m Tiefe eine Schiffsladung mit mehr als 10.000 Keramikobjekten aus der Zeit um 2300 v. Chr. entdeckt: das älteste Schiffswrack der Welt!



Es gibt das Gerücht, dass ein zyprisches Unternehmen Dokos kaufen will, um Hotels, Bungalows, eine Marina und weitere Anlagen zu errichten.















Ägina

Ägina, die Insel im Saronischen Golf westlich von Athen, hat 13.500 Einwohner und gab der Ägäis den Namen. Der geht auf die Sage von der Nymphe Aigina zurück, die auf der Insel ihren von Zeus gezeugten Sohn Aiakos zur Welt brachte.
1537 trifft Ägina ein verheerender Schlag. Der Pirat Khair ad-Din Barbarossa zerstört im türkisch-venezianischen Krieg die Insel, tötet nahezu alle Männer und entführt 6.000 Frauen und Kinder, um sie auf den Sklavenmärkten des Orients zu verkaufen.
1828 findet die Vereidigung von Ioannis Kapodistrias (1776 - 1831), des ersten Präsidenten des freien Griechenlands, auf Aigina statt.
Der Tempel der Hauptgöttin Aphaia steht oberhalb des Ormos Ag. Marina, wo wir ankern, um den Tempel zu besichtigen. Die Giebelfiguren, in der Archäologie als Aigineten bekannt, verkaufen(?) die Griechen 1812 an den bayerischen Kronprinzen Ludwig, sie befinden sich in Münchens Glyptothek.





Nikos Kazantzakis, der wohl bekannteste griechische Schriftsteller der Neuzeit, lebt von 1936 bis 1948 auf Ägina nur wenige hundert Meter vom Leuchtturm an der Nordwestecke der Insel, hier schreibt er Alexis Sorbas.
Siehe des admirals Fundstück






Sounion

Kap Sounion, das Kap an der Südspitze Attikas, ist ein Muss für alle Segler, weil dort der Tempel von Meeresgott Poseidon hoch vom Gipfel grüßt und wo sich uns ein beeindruckender Panoramablick auf die umliegenden Ägäisinseln bietet, an klaren Tagen bis zur Insel Milos, 52 sm entfern!
König Ägeus von Athen - auch er soll Namensgeber der Ägäis sein - stürzt sich vom Felsen ins Meer, als er das Schiff seines Sohns Theseus mit schwarzen Segeln aus Kreta zurückkehren sieht. Die schwarzen Segel hatten sie verabredet, falls Theseus tot sein sollte. Der aber lebt und hat im Siegesrausch über den Minotaurus vergessen, die schwarzen Segel gegen weiße auszutauschen ...
Homer:
"Aber am attischen Ufer bei Sounions heiliger Spitze
siehe, da ward der Pilot des menelaischen Schiffes
von den sanften Geschossen Apollons plötzlich getötet."
Der Poseidontempel ist die Stätte, wo Seeleute für eine Reise die Gunst des Meergotts erbitten:
"Höre mich, Poseidaon, du Erdumgürter! Verwirf nicht
Unser frommes Gebet; Erfülle, was wir begehren!"
Seeleute oder ganze Stadtstaaten bringen Tieropfer und Weihegaben, um Poseidon günstig zu stimmen oder ihm zu danken für eine glückliche Überfahrt.






Das Boot hatten wir gechartert bei
  • Wir bekommen das Boot über eine Stunde später
  • Großsegel falsch geschnitten
  • Reffleinen falsch eingeschoren
  • Außenborder unbrauchbar (Reparatur angekündigt, nichts)
  • achtern unerträglicher Gestank aus dem undichten Fäkalientank
  • Heimkehr mit Notpinne: Steuerkette reißt (wahrscheinlich Verschleiß)
  • Anker ohne m-Kennungen
  • CD-Spieler und Radio defekt
  • avisierte Übernachtung (25 €/Koje!) in Cat schlägt fehl: Eigner an Bord
  • wir pilgern mit Gepäck quer durch die Marina auf eine anderes Boot
  • Klinke Bugkoje defekt
  • Schnalle Heck-Reling defekt (Sicherheitsrisiko!)
  • WC vorn quietscht schauerlich
  • Schlauchboot lässt Luft


Galerie schöner Bilder



































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