Route/Logbuch

Übersicht
Törn
Album



Crew
Skipper Erling Tambs, 47 Jahre
Crew Peter Archer (Enkel von Colin Archer)
Alf Larsen, 24 Jahre, 8 Jahre Blauwasserseemann ( muß in Las Palmas wegen Gliederreißens von Bord)
Thorleif Taraldsen, 19 Jahre, von Las Palmas bis Newport
Einar Tveten, 23 Jahre, Koch und Steward
Kaare Tveter, 25 Jahre - geht bei dem Törn im Atlantiksturm über Bord und kommt um





Gesamte Route







Route 1935

12. März 1935: Nevlunghavn Leinen los (Schlepperhilfe), LF Holtskjär, Bake Bondeskaten
Außenschären von Rauer, LF Holtskjär, Bake Bondeskaten, LF Senör peilt N
13. März: 00:00 Wind, 08:00 Oxö quer
14. März: 08:00 Jütland quer
15. März: Flaute
16. März: Flaute
17. März: Flaute
18. März: SW-Wind, Aufkreuzen
22. März: Haak-Feuerschiff nahebei, Sturm
25. März: West-Schouwen, LF peilt ESE 5sm


27. März: Flaute, Calais, Kap Grisnez
28. März: Sandbank Ridge passiert, Nebel , 12:00 Varne-Feuerschiff,
nachts LF D'Ailly
29. März: nachts LF St. Catherine
1. April: Eingang Kanal
2. April: nachts Ouessant: Kurs Finisterre


5. April: 12:00 Cabo Mondego bb quer 100sm


Flaute, 12:00 Betancuria mit Kap. Höst (Bekannter des Skippers) gibt genauen Standort:
30°19'N 014°34'W



Flaute Antonis Cubelo, Freund des Skippers, schleppt mit seinem Motorboot nach Las Palmas ein
Alf Larsen mustert wegen Erkrankung ab, Thorleif Taraldsen springt ein
22. April: mittags Anker auf, bei Sonnenuntergang Maspalomas quer


23. April: mittag Kanaren außer Sicht
30. April: 1000 sm Distanz von Kanaren
3. Mai: Flaute
12. Mai: 21°N 55°W, Flaute


13. Mai: 50 sm (Distanz Newport/Rhode Island 2000 sm!)
14. Mai: 50sm
15. Mai: 110 sm
16. Mai: 135sm
17. Mai: Wind zunehmend, mittags 7 bis 8 Bft, 199 sm, Sturmklüverschot gebrochen,
19:30 Orkan 26°N 63°W, Schiff geht über Kopf, alle außer Thorleif von Brecher außenbords gespült,
Skipper schwimmt zurück zum Schiff, Einar und Peter kommen kurze Zeit später an Bord,
Kaare Tveter fehlt - ertrunken

Vom Schiff fehlt:

  • Rettungsboot
  • Nachthaus
  • Kompaß
  • verschiedene Segel
  • Großteil des Geschirrs
  • Reling
  • Stblaterne
  • Bb-anker
  • Besantakelwerk
defekt sind:
  • Großmast
  • Stb-wanten
  • Fockstag
  • Gaffelklau
Einar wird ohnmächtig (Blutverlust, Kopfverletzung)


Notdürftige Reparaturen
27. Mai: 15:00 Tanker Beacon gesichtet, Notsignal, Kap. Thomson will abbergen,
Crew entscheidet sich für Weitersegeln
31. Mai: Begegnung mit US-Regierungsdampfer Sirius, schickt mit Motorbarkasse Verpflegung
12. Juni: Kap Hatteras, 7 Bft, Point Judith, Feuerschiff Brenton-Riff


Küstenwachkreuzer schleppt Sandefjord ein
in 2 Monaten wird Schiff wieder seeklar gemacht
Schwere Vorwürfe in der norwegischen Presse gegen Skipper
(unsicheres Schiff, schlechte Seemannschaft, seltsame Beweggründe)
Thorleif heuert ab, Skipper will solo zurück, Peter und Einar fahren dann doch mit
12. August: Leinen los, abends längsseits an Feuerschiff Brenton-Riff, 21:00 Leinen los
23. August: 38°33'N 060°51'W

Orkan, Seeanker ausgebracht
Im Auge des Wirbelsturms: Barometer 729 weiter fallend, 100 sm westwärts versetzt
14. September: Brecher spült über Schff
15. bis 19. September: 6 Stürme abgewettert
Vor Lizard Nahezukollision mit Fischlogger
27. September: Eingang Kanal


29. September: Nebel 08:00 Beachy Head erstmals Land gesichtet seit 49 Tagen
30. September: 15:40 South Foreland quer, 17:00 Ost-Godewin-Feuerschiff gerundet
01. Oktober: 00:00 beigedreht FS Galloper in Sicht
02. Oktober: mittags weiter
04. Okober: abends norw. LF kommen in Sicht
05. Oktober: morgens Flaute, durch Lotsenboot nach Mandal eingeschleppt


08. Oktober: Zollbeanter schleppt die Yacht frei, 14:00 LF Ryvingen quer
09. Oktober: 10:00 Anker fallen vor Tambs Haus







Schiff

Die "Sandefjord" war ein norwegischer Spitzgatter, ehemals Arbeitsboot der Küstenwacht

Das Schiff ist eine gaffelgetakelte Ketsch, von Colin Archer gezeichnet, 1913 in Risör gebaut, Lüa 14,36 m, CWL 12,44 m, Breite 4,94 m, Tiefgang 2,44 m mit 82,6 qm Segel, Arbeitsboot der Küstenwacht, den Motor hat Tambs ausgebaut.
Auf das »pitch polling« (Über-Kopf-gehen) der Sandefjord nehmen heute noch Fachbücher Bezug, wenn es um Rumpf- und Heckformen geht. Colin Archer (1832 bis 1921), einer der wohl berühmtesten Designer (Fram, Nansens und Amundsens berühmtes Schiff!), stammt aus Schottland und lebte in Larvik. Die Seetüchtigkeit seiner meist als Rettungs- oder Lotsenboote verwendeten Segelschiffe ist legendär. Als Archer mit 89 Jahren starb, hatte er über 200 Schiffe, 70 Yachten, 60 Lotsenboote, 14 Rettungsschiffe und 72 Wasserfahrzeuge gebaut.
Unter Seglern sind die Risse nicht ganz unumstirtten: "Schlechte Am-Wind-Eigenschaften", "zu langsam", "mangelnder Auftrieb am Heck", andere schwören auf "ihre Schönheit", "die Fähigkeit, bei jedem Wetter gefahrenlos beiliegen zu können", die "guten Selbststeuereigenschaften" usw.
"Colin-Archer-Doppelender" ist aber wohl der einzige Yachttyp, der schon mehr als 100 Jahre fast unverändert weiter gebaut wird.