Donald





















Törn


Donald
Crowhurst

Am 10. Juli 1969 stößt das britische Postschiff Picardy auf 33°11' N, 040°28' W auf einen unbemannten Trimaran in der Sargasso-See, kaum beschädigt, die Rettungsinsel an ihrem Platz, ungewaschenes Geschirr in der Spüle, auf dem Tisch 3 zerlegte Funkempfänger. Nur die Schiffsuhr fehlt. Die Logbücher stecken in der Navigationsecke, die letzte Eintragung ist vom 1. Juli. Der Trimaran führte in der Nonstop-Weltumseglung, dem "Sunday Times Golden Globe Race" über 5000 Pfund; er war dabei, den Rekord als schnellstes Boot aller Zeiten nach England heim zu holen.
Aber die Logbücher der TEIGNMOUTH ELECTRON offenbaren eine Tragödie.

Teilnehmer des Rennens war die Seglerprominenz der Zeit:
Da war Bill Leslie King, ein bekannter U-Boot-Offizier und erfahrener Seemann mit reichen Sponsoren im Hintergrund, da war weiter Robin Knox-Johnston, ein 28jähriger Kapitän der britischen Marine, weiter Bernard Moitessier, sagenumwobener Franzose mit enormer seemännischer Erfahrung und Inhaber vieler Rekorde, weiter Chay Blyth - Überquerung des Atlantiks in 92 Tagen in einem Ruderboot! John Ridgeway, dekorierter Elitesoldat und professioneller Abenteurer der allerhärtesten Sorte.
Nach 313 Tagen nonstopp auf hoher See stand Robin Know-Johnston als Sieger der berühmten Golden Globe fest. Bernard Moitessier lag uneinholbar in Führung, da wendet er plötzlich und nimmt Kurs auf Polynesien, wo er "Der verschenkte Sieg", den legendären Segelklassiker schrieb. Nigel Tetley wählte nach seinem Ausscheiden den Freitod. Und der Weltumsegler Donald Crowhurst funkte falsche Positionen, während er auf dem Atlantik im Kreis drehte und schon längst die Orientierung verloren hatte:
"FREITAG 172 SPINNAKERBAUM GEBROCHEN - SAMSTAG 109 SONNTAG 243 NEUER REKORD FÜR EINHANDSEGLER - MONTAG 174 DIENSTAG 145 NORDÖSTLICHE PASSATWINDE STOP"

Sir Francis Chichester, der in der Regattaleitung saß, wird in der Sunday Times zitiert, Crowhurst "flöge leicht wie ein Geistervogel (spooky bird) dahin..."